Demografische Entwicklung und seine Konsequenzen

Staatsschulden belasten so ziemlich jedes Land, doch in Verhältnis zu zahlreichen EU-Ländern, zu Japan und der USA steht die Schweiz relativ gut dar. 200 Millionen Franken Schulden entsprechen 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und klingen für die heutige Zeit ausgesprochen vorbildlich. Rechnet man jedoch weiter, schwebte auch das Land mit knapp 7,9 Millionen Einwohner in ernste finanzielle Schwierigkeiten. Ohne entsprechende Vorkehrungen werden die Staatsschulden im Jahre 2060 auf mehr als das Dreifache ansteigen. Die Rede ist von 130 statt 40 Prozent.

Der demografischer Wandel trägt Schuld daran Während die geburtenreichen Jahrgänge zwischen 1946 und 1964 in Rente gehen, bleibt die Geburtenrate nach dieser Zeit kontinuierlich niedrig. Hinzu kommt die steigende Lebenserwartung. All diese Faktoren führen dazu, dass das Verhältnis zwischen Erwerbstätiger und Pensionär aus den Gleichgewicht kommt, und das hat weitreichende Folgen für den Staat.

Zuwanderer können die finanziellen Probleme abschwächen
Zu der beängstigenden Prognose kam es dazu, weil mit wahrscheinlichen Zahlen gerechnet wurde. Man geht davon aus, dass der reale Wirtschaftswachstum um 1 Prozent pro Jahr ansteigt und die Lebenserwartung bis 2060 um durchschnittlich 5,5 Jahre erhöht wird. Die Zahl der Migranten wurde auf 27000 Menschen pro Jahr geschätzt. Würde die tatsächliche Anzahl der Zuwanderer 42000 betragen, wäre die Schuldenquote nur 98 statt 130 Prozent hoch. Wenn der Wirtschaftswachstum jedoch nur um 0,5 Prozent pro Jahr ansteigt, würden die Staatsschulden auf gewaltige 178 Prozent explodieren.

Auch das Gesundheitssystem bereitet Schwierigkeiten
Das Bundesamt rechnet damit, dass die Kosten für die Gesundheit ab heute um jährlich 25 Milliarden erhöht werden. Damit steige die Belastung von 60 auf 85 Milliarden. Der Grund liegt in der steigenden Lebenserwartung und damit verbundenen Möglichkeiten. Wenn die Einwohner nur 50% ihrer zusätzlichen Lebenszeit in bester Gesundheit verbringen, wären die vorhergesagten Kosten sehr wahrscheinlich.

Die Probleme des demografischen Wandels sind schon lange bekannt. Nichtsdestotrotz hat sich bisher nichts geändert.

Verfasst von Herbert Weinfeld
Informationen zum Autor

Herbert Weinfeld ist studierter Journalist. Seit 2011 befindet er sich im Ruhestand und schreibt von Zeit zu Zeit u.a. für faire-renten.ch. Schon immer hatte Weinfeld großes Interesse an der Wirtschaft und unserem Rentensystem.