Deckungslücke der Pensionskassen Bern

Es herrschen Defizite in den Berner Pensionskassen. Die Pensionskassen in Bern weisen eine riesige Deckungslücke in Höhe von ca. 5 Milliarden Franken auf. Die beiden Berner Pensionskassen BPK (Verwaltungspersonal) und BLVK (Lehrpersonal) haben es in den letzten Jahren versäumt ihre Anlagestrategie abzusichern.

Aufgrund der Kursschwankung des Euro und des Dollar hat sich die fehlende Währungsabsicherung verhängnisvoll entwickelt. Am Beispiel der Anlagenstrategierichtlinien der BPK ist die Sicherheit der Risikoverteilung Rechnung zu tragen. Dies wurde jedoch in den letzten Jahren von beiden Pensionskassen nicht gemacht. Die bisherige Strategie der BPK sah eine Investierung mit 6 Prozent Fremdwährungsobligationen und 19 Prozent Aktien im Ausland vor. Dies bedeutet jedoch keine Währungsabsicherung, da die Kursschwankung nicht abgesichert wurde.

Zur Zeit bewegt sich der Deckungsgrad der Pensionskassen bei ca. 80 Prozent. Dennoch müssen beiden Pensionskassen ihren Verpflichtungen gegenüber dem Bürger nachkommen. Leidtragende sind in diesem Fall die Kantone und die Angestellten. Bei den Kantonen handelt es sich natürlich um den Steuerzahler. Nicht zahlen müssen die Rentner in der Schweiz, da die Renten garantiert und laut Bundesgesetz unantastbar sind. Einzig und allein, wenn die beiden Pensionskassen die Teuerungsrate angepasst hätten, könnten die Kassen auf dieses Geld zurückgreifen.

Wie können die Pensionskassen saniert werden?
Um die Pensionskassen zu sanieren gibt es nur die Möglichkeit, dass die Angestellten länger arbeiten und der Beitragssatz zum Beispiel auf 26,5 Prozent statt bisher 21 Prozent bei der BPK steigt. Dies würde jedoch nur ein Prozent der fehlenden Rendite kompensieren. Die andere Möglichkeit ist, dass der Angestellte bis zum 65 Lebensjahr arbeitet. Also zwei Jahre länger als bisher.
Natürlich wird der Steuerzahler für die fehlende Deckung der Pensionskasse zur Kasse gebeten.

Können die Rentner zur Sanierung der Kassen beitragen?
Aufgrund der gesetzlichen Regelung der Schweiz können die bisherigen Renten formal nicht gekürzt werden. Die einzige Möglichkeit ist, die Rente nicht mehr der Teuerungsrate anzupassen, was faktisch über die Jahre eine Kürzung der Rente bedeutet. Durch eine Gesetzesänderung wäre es natürlich möglich auch die Rentner an der Sanierung der Kassen zu beteiligen. Dies ist aber ebenso wie in Deutschland politisch nicht gewollt, da Rentner auch Wähler sind.
Eine vernünftige gegenfinanzierte Anlagestrategie der Pensionskassen und eine höhere Rendite können auch zur Sanierung der Kassen beitragen.

Sollten Renten weiter garantiert werden?
Mit einer Garantie der Renten wird das Vertrauen in die Versorgung innerhalb des Drei-Säulen-Systems gestärkt.
Dies wird gemindert, wenn die Renten von der Teuerungsrate abgekoppelt werden würde. Gerade Rentner tragen durch ihr Konsumverhalten viel zur Belebung der Wirtschaft bei.

Verfasst von Herbert Weinfeld
Informationen zum Autor

Herbert Weinfeld ist studierter Journalist. Seit 2011 befindet er sich im Ruhestand und schreibt von Zeit zu Zeit u.a. für faire-renten.ch. Schon immer hatte Weinfeld großes Interesse an der Wirtschaft und unserem Rentensystem.