Autoversicherung: Unfälle mit Sommerpneus im Winter – wer haftet?

Dezember, trockene Strasse, 5 Grad über Null. Ein Fahrzeughalter verursacht einen Unfall, sein Auto hat immer noch Sommerbereifung. Werden die Schäden am eigenen und an beteiligten Fahrzeugen trotzdem von der Versicherung getragen? Schliesslich gilt in der Schweiz keine Winterreifenpflicht und das Wetter war nicht wirklich winterlich.

© istock.com/BanksPhotos

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Im Falle eines Unfalls kann es allerdings auch den Schweizer Autofahrer teuer zu stehen kommen. Denn die Versicherungen können die Erstattung des Schadens verweigern bzw. die Leistung zurückfordern und gleichzeitig die Beiträge erhöhen. Dabei berufen sie sich auf das Strassenverkehrsgesetz (SVG), nach dem Fahrzeuge „nur in betriebssicherem und vorschriftsgemässem Zustand verkehren“ dürfen, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Demnach ist ein Fahren eines Autos mit Sommerbereifung im Winter eine grob fahrlässige Angelegenheit, selbst wenn man einen Grobfahrlässigkeitsschutz hat wird es vermutlich teuer. Neben der Verweigerung der Schadenserstattung drohen ausserdem ein Bussgeld, ein einmonatiger Führerausweisentzug oder sogar eine Freiheitsstrafe wegen grober Fahrlässigkeit.

Auch ohne eine explizite gesetzliche Regelung sollten Autofahrer ihre Fahrzeuge schon im Herbst winterfest machen. Der Wechsel zu Winterreifen ist denkbar einfach. Eine grobe Richtlinie für den Zeitrahmen ist „von O bis O“, also von Oktober bis Ostern. In dieser Zeit sollten Autos Winterbereifung haben. Die Pneus lassen sich heutzutage auch bequem online bestellen. Auf der Seite von Tirendo kann man mit dem Reifenratgeber die passende Winterbereifung für sein Fahrzeug finden. Über die Montagepartnersuche findet man auch gleich die passende Werkstatt in der Nähe.

Winterreifen bestehen aus einer Gummimischung, die Kälte besser standhält. Das Profil ist entsprechend gestaltet, sodass der Bremsweg nur halb so lang ist wie mit Sommerreifen bei gleichen Witterungsbedingungen. Dabei ist das Reifenprofil ausschlaggebend. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe in den meisten europäischen Ländern beträgt 1,6 mm. Eine unzureichende Profiltiefe kann ein saftiges Bussgeld von 100 Franken pro Pneu zur Folge haben. Experten raten zu einer Profiltiefe von 4 mm für Winterpneus, um wirklich sicheres Fahren zu gewährleisten. Ist diese Tiefe durch Abnutzung erreicht, sollten sie ausgetauscht werden.

Weitere Information zum Strassenverkehrsrecht kann man hier nachlesen.

Verfasst von Herbert Weinfeld
Informationen zum Autor

Herbert Weinfeld ist studierter Journalist. Seit 2011 befindet er sich im Ruhestand und schreibt von Zeit zu Zeit u.a. für faire-renten.ch. Schon immer hatte Weinfeld großes Interesse an der Wirtschaft und unserem Rentensystem.